-----Zeitplan-----------------------------------------------------------------


Detaillierter Zeitplan mit allen Veranstaltungen:
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Donnerstag 14.10.10
17:00 Ausstellungseröffnung, Orga, Schlafplatzverteilung
19:00 Eröffnungsveranstaltung: Vorstellung des Programms und der Ausstellung

Freitag 15.10.10
13:00 Eröffnungsplenum
14:00 – 16:00 Workshops 1
16:15 – 18:00 Workshops 2
18:15 – 18:45 Abschlussplenum
20:00 Antirakneipe (in der Roten Flora)

Samstag 16.10.10
10:00 Eröffnungsplenum
11:00 – 13:00 Workshops 3
13:00 – 14:00 Mittagessen
14:00 – 16:00 Workshops 4
16:15 – 18:00 Workshops 5
18:30 Abschlussplenum
20:00 Antirakneipe (in der Roten Flora)

Sonntag 17.10.10
11:00 – 13:00 Workshops 6
13:00 – 15:00 Workshops 7
15:00 Abschlussplenum


Detaillierter Zeitplan mit allen Veranstaltungen:
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-----Veranstaltungen-----------------------------------------------------------------

***Themenblock 1. Migration als Normalzustand***

1. Workshop – Migration als Normalzustand: Die historische Perspektive
„Alle Weltgeschichte ist im Kern Geschichte von Wanderungen. Soweit wir rückwärts blicken können […], führt alle Bewegung der Kultur auf Bewegung von Menschenmassen im eigentlichen Sinne, auf Wanderung zurück“ (Franz Oppenheimer).

Die Wanderung des Homo Sapiens aus Ostafrika in unterschiedliche Regionen der Welt, die Kriegszüge germanischer Stämme in der Spätantike, die millionenfache Auswanderung aus China in andere Teile Asiens ab 1920 – Migration stellt in der Weltgeschichte ein soziales und politisches Grundphänomen dar, das als eine der zentralen Triebkräfte für sozialen Wandel betrachtet werden muss. Die Veranstaltung stellt schlaglichtartig einige Beispiele historischer Migration vor und will damit vor allem zur Diskussion anregen: Inwiefern gibt es Parallelen zwischen historischen Migrationsphänomenen und gegenwärtigen Wanderbewegungen? Wie werden diese im Vergleich zu heutigen Migrationsbewegungen bewertet? Welche Versuche und Motivationen, Migration zu kontrollieren, gab es in der Geschichte und wie können diese mit heutigen Regulierungsstrategien verglichen werden? An diesen und anderen Fragen soll im Rahmen des Workshops an der These gearbeitet werden, dass Migration – anders als in rassistischen Diskursen dargestellt – keine Sondererscheinung, sondern eine Grundkonstante menschlichen Zusammenlebens ist.

2. Anhaltende Polizeirepression gegen Migrant_innen in Calais

Die nordfranzösische Stadt Calais liegt an dem Punkt des europäischen Festlandes der am dichtesten an Großbritannien liegt. Hier ist der Ärmelkanal überblickbar, es gibt viele Fährverbindungen und
einen Zug, der seine wohlbetuchten Passagiere durch den Eurotunnel nach Großbritannien und wieder zurück bringt.
Wegen dieser infrastrukturellen Lage treibt es auch viele Migrant*innen und Flüchtende nach Calais, die ihr Glück versuchen wollen um versteckt auf einem LKW oder unter einem Zug in das Land zu gelangen, von dem sie sich Schutz und die Möglichkeit auf ein angenehmes Leben erhoffen.

Die Politik der französischen Polizei in Calais zielt darauf ab das Migrations-”Problem” unischtbar zu Machen und die Flüchtenden aus der Stadt zu verteiben. So werden kontinuierlich Zeltlager und Squats
durchsucht, persönliche Gegenstände gestohlen, Zelte und Schlafsäcke zerstört und die Menschen, denen nichts als der allnächtliche Versuch auf einen LKW zu gelangen bleibt, werden in regelmäßigen Abständen festgenommen.

Seit dem NoBorder Camp 2009 in Calais existiert eine offene Gruppe vor Ort, die gemeinsam mit Menschen ohne Papieren lebt, arbeitet und versucht Polizeiübergriffe zu dokumentieren, um sie an die Öffentlichkeit zu tragen.

***Themenblock 2. Unbeschränkte Kontrolle im Europa der Grenzen***

3. Europäisierung der Migrationskontrolle – Management der Entrechtung
In den letzten 20 Jahren wird grenzüberschreitende Mobilität zunehmend auf europäischer Ebene regiert. In Zusammenarbeit mit nicht-staatlichen Akteuren versuchen die EU-Institutionen die nationalstaatlichen Migrationskontrollen aufeinander abzustimmen und diese insgesamt „effizienter“ zu gestalten. Spätestens durch die Ereignisse von Ceuta und Melilla im Herbst 2005 wurde aus kontrollpolitischer Sicht deutlich, dass eine europäische Migrationspolitik sich nicht nur auf die „Bekämpfung der illegalen Migration“ beschränken kann. Mit dem Global Approach to Migration sollen folglich „Entwicklung“ und „legale Migration“ in einem umfassenden Ansatz des „Migrationsmanagements“ einbezogen werden. In diesem Zusammenhang kann Migration ausschließlich als Problem oder als „menschliche Ressource“ für Europa erscheinen, wobei gerade auch dieses „positive“ Verständnis die Bekämpfung von „irregulärer Migration“ begründet und das Begehren der Migrant_innen insgesamt negiert.

4. Workshop: Die europäische Politik des „Migrationsmanagement“
In diesem Workshop sollen zentrale Politiken des europäischen Migrationsregimes vorgestellt werden.
Wir werden uns also über Schengen und die europäische Außengrenze, den Migration-Development-Nexus
und die Frage unterhalten, wieso es kaum Möglichkeiten der Arbeitsmigration nach Europa gibt und wie
das mit dem Recht auf Asyl zusammenhängt. Der Workshop soll interaktiv funktionieren und hat das
Ziel, Interventionsmöglichkeiten antirassistischer Politik in Europa zu entwerfen: der existierende
Status Quo muss weg! – Netzwerk Welcome To Europe und Karawane München

***Themenblock 3. Alltäglicher Rassismus***

5. Rassismustheorie – Basics
Eine Einführung in die psyochologischen und soziologischen Hintergründe/Ursachen von Rassismus. Behandelt werden Themen wie Vorurteile, Gruppenidentität, Relative Deprivation und Kapitalismus bezogen auf ihre Rolle für das Entstehen von rassistischen Einstellungen.

***Themenblock 4. Struktureller Rassismus***

6. Rassistische Sondergesetze
Flüchtlinge und andere Migrant_innen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus gehören in der brd zu den Gruppen, die am stärksten von institutionellen Rassismen betroffen sind. Angefangen bei der Einreise, die aufgrund des Visa-Zwanges für Menschen aus bestimmten Regionen der Welt auf legalem Wege nahezu unmöglich ist, über den von Repression und Prekarisierung gekennzeichneten Alltag derjenigen, die die Grenzbefestigungen der Festung Europa überwinden konnten, bis hin zur zwangsweisen Beendigung von deren Aufenthalt mittels Abschiebung, sind alle Lebensbereiche dieser Gruppen von rassistischen Sondergesetzen bestimmt.

Die Veranstaltung gibt einen Überblick über den aktuellen Stand dieser repressiven Gesetze und veranschaulicht die sich daraus ergebende Lebenssituation von Menschen ohne festen Aufenthaltsstatus in der brd mit Hilfe von Filmausschnitten. Sie will sowohl zur Auseinandersetzung mit dieser Form des Rassismus beitragen, als auch allen Menschen, die sich praktisch mit Flüchtlingen und anderen MigrantInnen solidarisieren wollen, die notwendigen juristischen Basics an die Hand geben. – A.R.K! und Café Exil.

7./8. Rassismus und institutionelle Diskriminierung in der Schule
Zwei-teiliger Workshop des Institut für Migrations- und
Rassismusforschung in Kooperation mit NERAS – Netzwerk erforscht und
bekämpft Rassismus in Schule.

Wir werden uns in den zwei Teilen des Workshops mit folgenden Fragen
beschäftigen:

Block 1:
- Eine Definition von strukturellem/institutionellem Rassismus
- Warum sind überproportional viele Kinder mit „Migrationshintergrund“
auf Haupt- und Sonderschulen? Eine Annäherung an innerschulische
Mechanismen.
- Warum erreichen sie oft nur schlecht qualifizierte Bildungsabschlüsse?
Mechanismen der Ausgrenzung im Übergang Schule-Beruf.
- Wem nützt struktureller/institutioneller Rassismus?

- Stereotypen in uns? Wie reproduzieren wir Stereotypen in uns selbst?
- Wissenschaft und Stereotyp: Wie lesen wir wissenschaftliche
Untersuchungen?

Block 2:
- Wie gehen Schulen mit Fällen von Rassismus um? Was geschieht, wenn
sich Schüler/innen und Eltern gegen Rassismus und Diskriminierung wehren?
- Welche Mechanismen gibt es in Schule und im Bildungssystem um von
Rassismus Betroffenen zu schützen und Rassismus und Diskriminierung zu
reduzieren? Was fehlt?
- Was sind Forderungen von NERAS an Hamburger Schulen und Schulbehörde?

***Themenblock 5. Selbstreflektion***

9. Umgang mit Ausgrenzungsmechanismen innerhalb der Linken

10. Rädchen oder Sand im Getriebe

Das enge Geflecht von Überwachung und Kontrolle bei Migration zwingt Menschen in die Illegalität bzw. zu illegalisierten Praxen. Jede_r, die/der versucht solidarische Arbeit mit Illegalisierten, sowie Menschen, die im Konflikt mit den herrschenden Verhältnissen stehen, zu leisten, steht meistens vor einer großen Herausforderung.
Dabei tut sich oft die Frage auf, inwiefern antirassistische Arbeit, die nah an den Bedürfnissen der Migrant_innen ansetzt überhaupt noch politische Arbeit ist, oder ob sie nur den Posten der Sozialarbeiter_innen ersetzt, den der selbsternannte Sozialstaat dann dankend einspart. Der Workshop bietet Raum für Diskussionen über die Frage, wie mensch eben doch mehr Sand im Getriebe wird/ist/bleibt unter der Perspektive einer Utopie einer emanzipatorischen Gesellschaft.

***Themenblock 6. Widerstand***


11. HipHop als Antwort auf hegemoniale rassistische Stereotype

„Gewöhnlich begleitete ihn bei diesen Ausflügen ein alter Neger namens Jupiter, dem die Familie schon vor dem Zusammenbruch die Freiheit geschenkt hatte. Aber weder durch Drohungen noch Versprechungen konnte man ihn von dem abbringen, was er als sein gutes Recht betrachtete, nämlich seinem jungen „MassaWill“ auf Schritt und Tritt zu folgen und ihm zu dienen.“ (aus: Poe Gruselgeschichten Der Goldkäfer)

„If Poe were alive, he would not have to invent horror, horror would invent him.“
(From Richard Wright “how Bigger was born” zitiert in Nick de Genova: Gangster Rap and Nihilism in Black America S.104)

Rassismus ohne Stereotype ist nicht denkbar. Stereotype spielen nicht nur eine wichtige Rolle bei der Reproduktion von Rassismus, sie sind wesentlicher Teil des Rassismus. Für den brutalen biologisch begründeten Rassismus genauso wie für den subtil daherkommenden kulturell begründeten Rassismus. Stereotype sind resistent gegen jede Art von Realitätsüberprüfung, gegen jede art von gesellschaftlicher Widersprechung. Homi Bhabhas Konzeptionierung des Stereotyps zeigt auf warum die Stereotype so hartnäckig jedwede Realitätsprüfung überstehen. Gerade in hegemoniale in Diskurse eingebettete Stereotype haben fatale Auswirkungen auf den Stereotypisierten. Nicht desto trotz sind die Stereotypisierten keineswegs nur Opfer der Stereotypbildung. Subversive Wirkung zeigt sich im Spiel mit dem ambivalenten Charakter des Stereotyps. Im Hip Hop ist dies gut zu beobachten. Die Geschichte von Hip Hop zeigte die Musik als Kultur, die immer eine Auseinandersetzung mit Stereotypen beinhaltete.

Ich habe mich zu Studienzwecken 5 Monate in Berlin aufgehalten und Menschen aus der Hip Hop Szene zu gesellschaftlichen Themen und die Rolle von Hip Hop befragt. In dem Workshop sollen, nach einem Kurzen Inputreferat über die Stereotyptheorie und eine kurze Analyse von Stereotypen in den Aktuellen Diskursen über Migration und Integration, erste Zentrale Ergebnisse der Studie vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden. Der Workshop ist auf konstruktive und kritische Mitarbeit angewiesen!! Freue mich auf eine fruchtbare Auseinandersetzung, Anregungen und Kritik
- von: anti(ra)²dio
auf Fsk jd. 3. Sonntag im Monat von 17-20 Uhr
wdh. jeden 4. Mittwoch von 10-12 Uhr
auf 93,0 Antenne 101,4 Kabel oder via Internet: www. fsk-hh.org

Literaturtipps:
Allgemein
Nünning A./Nünning V. (Hrsg.) Einführung in die Kulturwissenschaften 2008 Metzler Verlag S.39-73

Stereotyp
-Freud Sigmund: Das Unheimliche in: Essays Auswahl Band 2. 1990 3. Auflage Volk und Welt S.552-592
-Reckwitz Andreas: Subjekt 2008 Transcript Verlag S. 52-68/ 95-106
-Bhabha k. Homi: die Frage des Anderen: Stereotyp, Diskriminierung im Diskurs des Kolonialismus. in: Verortung der Kultur 2007 Staufenberg S. 97-125
-Und DissemiNation: Zeit narrative Geschichte und die Ränder der modernen Nation im selben Band. Seite 207-255

Diskurse
-Ha/ Schmitz: der nationalpädagogische Impetus der deutschen Integrations(dis)kurse im Spiegel post-/kolonialer Kritik in: Mecheril/ Witsch: Cultural Studies und Pädagogik- Kritische Artikulationen 2006 Transcript
-Ha: The white german’s Burden. Multikulturalismus und Migrationspolitik aus postkolonialer Perspektive
und
-Ronneberger/Vassilies: Panische räume. Das Ghetto und die Parallelgesellschaft
beide in Hess/Binder/Moser (Hrsg.) No Integration ?!- Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Integrationsdebatte in Europa. 2009 Transcript

Hip Hop
-Ha Kien Nghi: Ethnizität und Migration Reloaded. – kulturelle Identität, Differenz und Hybridität im postkolonialen Diskurs 2004 WVB S. 163-203
-Böß Raphael: Step into a world. Hip Hop zwischen Marginalität und Mitte 2009 Unrast Verlag S. 79-125
-DeGenova: Gangster rap and Nihilism in Black America: some Questions of Life and death. http://www.jstor.org/pss/466628
-DeGenova: Check your head. http://www.jstor.org/pss/2935262?searchUrl=%2Faction%2FdoBasicSearch%3FQuery%3Dnick%2Bde%2Bgenova%2Bcheck%2Byour%2Bhead%26x%3D0%26y%3D0%26wc%3Don
-Yo Hermeneutics. http://www.nadir.org/nadir/archiv/Kultur/Kritik/yo_hermeneutics/yo.pdf

Roman:
-Wright Richard: Native Son – Sohn dieses Landes. Knauer 1993

12. Bags Mohajer – Flüchtlingstaschen
„Bags Mohajer“ ist ein Projekt das zum größten Teil von afghanischen, minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen geprägt ist. Viele von ihnen haben im Iran ihr Geld als Schneider verdient, das sie für eine Reise nach Europa sammelten.

Auf der Suche nach einem besseren Leben versuchten sie nach Europa zu reisen. Viele von ihnen kommen aus der Türkei mit Schlauchbooten und müssen den „Schiebern“ dafür eine hohe Geldsumme bezahlen. Diese Reise auf dem Schlauchboot ist ein lebensgefährliches Risiko, weil diese Boote oft in einem schlechten und unsicheren Zustand sind. In überladenen Booten reisen sie in der Nacht. Ihnen wird nur mitgeteilt in Richtung der „Lichter“ zu paddeln. Die Insel Lesbos ist der nächste europäische Boden.

Viele von ihnen leben dann in der Villa Azadi welche eine Aufnahmestelle für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge ist. Diese Stelle ist ansässig im Zentrum von Lesbos, 5 km vom Dorf Agiasos und 40 km von Mitiline, der Inselhauptstadt, entfernt. Es liefert Grundbedürfnisse (Unterkunft, Nahrung, Bekleidung) legale, soziale und medizinischen Unterstützung.

Für das Taschenprojekt benötigen die Jungs Material von entleerten und abgelegten Schlauchbooten vom Strand von Lesbos. Eine große Mehrheit dieser Schlauchboote wurde von Flüchtlingen bei ihrer Reise von der Türkei nach Griechenland unter schwierigen Bedingungen benutzt. Das größte Problem ist, dass viele dieser Schlauchboote von Frontex, der europäischen Grenzschutzagentur, zerstört werden, oder nach der Ankunft in Griechenland von den Flüchtlingen selbst, da Frontex dann nicht mehr imstande ist, sie sofort zurück zu schicken. Aus den Schlauchbooten werden Laptop-Taschen, Brieftaschen, Sporttaschen, Rucksäcke und andere Taschenvariationen geschaffen. Für die Taschen recyceln die Flüchtlinge auch Plastikklammern der Schwimmwesten.

„Mein Name ist Jan, Nachname Heidary. Ich leben jetzt in der Villa Azadi Agiasos auf Lesbos. Ich lernte Nähen in Teheran/Iran. Ich nähe Pullover, Kleider und Taschen. Und etwas zum Tragen von Babys mit Rädern…Entschuldigung mir fehlt die Übersetzung dafür. Seit 7 Jahren arbeite ich indem ich Nähe. Meine Hobbys sind Sport, Musik hören und ich liebe es zu Nähen.“

„Mein Name ist Husein, Nachname Heidari. Ich lebe jetzt in der Villa Azadi Agiasos auf Lesbos. Ich lernte Nähen in Esfahan/Iran. Ich nähe Kleider seit 5 Jahren. Danach machte ich 2 Jahre Sportsachen für Karate und Kung Fu und danach arbeitete ich in einer Taschenfabrik für ein Jahr. Die Fabrik hatte keinen Namen da sie illegal war und wir heimlich dort arbeiteten. Viele afghanische Menschen arbeiten illegal im Iran weil sie keine Papiere haben. Ich mag diesen Beruf. Mein Hobby ist Fußball spielen.“

Was passiert mit dem Geld wenn du eine Tasche kaufst? 100% des Preises geht an die Schneider. Sie arbeiten selbstständig und müssen ihre Nähmaschinen aufrecht erhalten. Wenn es beispielsweise keine Spenden gibt, müssen die Reißverschlüsse und Knöpfe selber gekauft werden. Dieses Projekt wird von keinen Organisationen unterstützt, deshalb verlassen sich die Schneider auf Spenden.
Näheres siehe unter: www.mohajer.jogspace.net

13. Film „Der Lagerkomplex“ und Infoveranstaltung über den aktuellen Widerstand im Abschiebelager Horst

Zum Film:
[Der Lagerkomplex] — Flüchtlinge, Bramsche-Hesepe und die Freiwillige Ausreise

Äußere Grenzen sind sichtbar. Sie werden geschützt. Gesichert. Sind statisch. Innere Grenzen dagegen sind nur sichtbar für diejenigen, denen sie gelten. [Der Lagerkomplex] zeigt eine dieser inneren Grenzen: das Lager. In der scheinbar ländlichen Idylle des Osnabrücker Land befindet sich im Ort Bramsche-Hesepe Deutschlands größtes Abschiebelager mit dem Schwerpunkt der sogenannten Freiwilligen Ausreise. Wie äußert sich diese innere Grenze im sicheren Hinterland? Was passiert mit den dort untergebrachten 550 Flüchtlingen und wie gehen diese Menschen mit der Situation um? Was bedeuten Lager für die Regionen und welche Rolle spielen sie im nationalen und europäischen Zusammenhang?

[Der Lagerkomplex] lässt Menschen erzählen, was Lagerleben bedeutet. Betrachtet von innen und außen; durch Flüchtlinge selbst und durch Stimmen aus Wissenschaft, Medizin, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Dabei ist das Lagerleben nicht statisch; es passiert auch Unvorhergesehenes.

Zur Infoveranstaltung:

14. Informations- und Mobilisierungsveranstaltung: IMK in Hamburg
Die Innenministerkonferenz (IMK) ist eine seit 1954 regelmäßig stattfindende Konferenz der Innenminister (es sind tatsächlich nur Männer) und Senator_innen der deutschen Bundesländer unter Beteiligung verschiedener Sicherheits-, Verfassungsschutz- und Polizeiorgane, wie das LKA. An bestimmten Arbeitskreisen, die die Konferenz vorbereiten, nehmen zudem die Präsidenten des Bundeskriminalamtes, der polizeilichen Führungsakademie und des Bundesverfassungsschutzes teil.

Bei den Treffen stehen Themen rund um die Begriffe „Innere Sicherheit“, „Ausländerrecht“, „Verfassungsschutz- und Polizeiangelegenheiten“, „Bekämpfung des Terrorismus“, „Gefahrenabwehr“ oder auch „Linksextremismus“ im Vordergrund. Dabei zeigen sowohl die personelle Zusammensetzung in der Vorbereitung und auf den Tagungen als auch die Inhalte, dass sich hier nicht nur die politische Ebene trifft, sondern gleichzeitig die Exekutive mit am Tisch sitzt, woraus sich die immense praktische Bedeutung der IMK ergibt.

Die IMK findet jedes Jahr im Frühjahr und Herbst in wechselnden Bundesländern statt. Für November, wenn von Mi. den 17. bis Fr. den 19. die Herbstkonferenz abgehalten werden soll, rufen wir zu bundesweiten Protesten, Demos und Aktionen auf, um den Innenministern während ihrer Konferenz in Hamburg kräftig in die Suppe zu spucken.

13. – 19. November 2010 BUNDESWEITE DEMONSTRATIONEN UND AKTIONSTAGE
Gegen die Innenministerkonferenz, rassistische Flüchtlingspolitik, staatliche Repression und innere Sicherheitsdiskurse
Info: http://no-imk.blogspot.com | Kontakt: imk@nadir.org | Infotelefon: 01578 8900973 Schlafplatzbörse: sleepwell-hh@nadir.org | Tel.: 01578 8900972 (18-20 Uhr ab 6.10.)

15. Info-/Mobilisierungsveranstaltung zur Antirassistischen Konferez in Frankfurt

Anfang Dezember findet eine Konferenz zu Bilanz und Perspektiven antirassistischer Bewegung statt. Wir wollen mit Euch über die Konferenz, die Idee dahinter, den Stand der Vorbereitung reden, gemeinsame Ideen entwickeln für die Ausgestaltung der Konferent, für einen gemeinsamen Prozess ….

Hier der bisherige Stand der Planungen…

„NO BORDER LASTS FOREVER“

Von den Mühen der Ebene bis zu Visionen der Befreiung

Eine Konferenz zu Bilanz und Perspektiven antirassistischer Bewegung

Datum: 10. bis 12. Dezember 2010

Ort: Frankfurt am Main, voraussichtlich Universität Frankfurt, FfM-Bockenheim

Inhaltlich-“visionäre“ Beiträge zu Beginn und danach ein Überblick in sehr kurzen Pech-Kucha-Vorträgen über verschiedenste Netzwerke, Kampagnen und Projekte der AntiRa-Bewegung (* erfolgreiche Entkriminalisierung von Illegalisierung einerseits und gleichzeitige Vorverlagerung, * Bleiberechtskämpfe, * Medizinische Flüchtlingshilfen, * Digitaler Antirassismus, * Residenzpflicht, * Frontex, * Gewerkschaftliche Anlaufstellen, * Lagerkämpfe, * Kampagne gegen Dublin II und transeuropäische Solidaritätsstrukturen, * Außengrenzenprojekte von Ukraine über Griechenland/Türkei, Italien/Libyen und Marokko bis Westafrika…

Am nächsten Tag wollen wir in einem Block bilanzieren und aufarbeiten mit Blick zurück, dann perspektivisch-visionär in den transnationalen Raum schauen, und in einem dritten Block die Alltagssolidarität und Kontinuität thematisieren.

In einer Talkshow am Abend hoffen wir – unter Beteiligung von Aktiven aus unterschiedlichen Netzwerken – auf einen „produktiven Streit“ um Herangehensweisen und Schwerpunkte. Gewünscht wäre – nach einem ganzen Tag voll mit Diskussionen – eine eher lockere Gesprächsatmosphäre… Möglicher Titel : Für eine Multitude des Antirassismus? Bewegung zwischen Selbstorganisierung und Solidarität, zwischen Aktivismus und Akademie.

Zuletzt steht dann am Sonntag natürlich die Frage nach einem Ob und wenn ja Wie eines vernetzteren, koordinierteren „Wie weiter?“ im Mittelpunkt

16. Ausstellung: Antirassistischer Widerstand der letzten Jahrzehnte